Spüren Sie noch die Kälte, obwohl der Kalender längst Frühling zeigt? Stellen Sie sich eine große, dampfende Suppenschüssel vor: ein zarter Blumenkohlduft und eine Konsistenz, so cremig, dass sie fast wie eine warme Decke wirkt. Diese Blumenkohlcremesuppe nach Dubarry-Art schmeckt angenehm nostalgisch, weckt Kindheitserinnerungen und macht aus einem gewöhnlichen Abendessen einen echten Wohlfühlmoment.
Warum die Dubarry-Cremesuppe an Winterabenden so wohltuend ist
An manchen Abenden hat man weder Lust auf kalte Salate noch auf aufwendige Gerichte. Dann soll es einfach, heiß und beruhigend sein. Genau dafür ist die Dubarry-Cremesuppe gemacht.
Ihre fast weiße Farbe erinnert an den Schnee, der draußen noch liegen bleibt. Auf dem Teller ist sie jedoch das genaue Gegenteil: warm, mild und buttrig duftend. Eine Suppe, die Hände und Bauch wärmt – und nebenbei auch die Stimmung hebt.
Dazu kommt der Reiz ihrer Geschichte: Die Suppe trägt den Namen der Comtesse Du Barry, einer Favoritin Ludwigs XV. Mit jeder Schale genießt man somit eine Speise, die zugleich bodenständig und ein wenig königlich ist. Ein Teil Großmutters Küche, ein anderer Teil die Salons von Versailles.
Zutaten für die Blumenkohlcremesuppe nach Dubarry-Art
Für 4 Personen benötigen Sie:
- 1 mittelgroßen Blumenkohl (etwa 800 g, ohne Blätter)
- 2 mittelgroße Kartoffeln (etwa 200 g, mehligkochend)
- 1 mittelgroße weiße Zwiebel
- 1 l Geflügel- oder Gemüsebrühe
- 300 ml Vollmilch
- 100 ml Crème fraîche (flüssig oder fest)
- 30 g ungesalzene Butter
- feines Salz
- gemahlenen weißen Pfeffer
- einige Zweige Kerbel oder glatte Petersilie
- 4 bis 6 Scheiben altbackenes Brot für die Croûtons
- 1 EL neutrales Öl oder Butter für die Croûtons
Schritt-für-Schritt-Rezept: Dubarry-Cremesuppe wie früher
Diese Cremesuppe gelingt ohne großen Aufwand. Vor allem braucht sie etwas Sorgfalt und Geduld. Entscheidend ist, den Blumenkohl schonend zu garen, damit sein feines Aroma erhalten bleibt.
1. Gemüse vorbereiten
- Die Röschen vom Blumenkohl lösen, unter kaltem Wasser abspülen und gründlich abtropfen lassen.
- Kartoffeln schälen und in kleine Würfel von etwa 1,5 cm schneiden. Sie sorgen dafür, dass die Suppe auf natürliche Weise bindet.
- Die Zwiebel schälen und fein würfeln.
2. Ohne Bräunen anschwitzen
- 20 g Butter in einem großen Topf schmelzen lassen, die übrigen 10 g für später beiseitestellen.
- Die Zwiebel hineingeben und bei kleiner Hitze 3 bis 4 Minuten glasig dünsten. Sie soll hell bleiben und nicht bräunen.
- Danach Blumenkohlröschen und Kartoffelwürfel dazugeben und 2 bis 3 Minuten behutsam vermengen.
3. Die Suppe garen
- 1 l heiße Brühe über das Gemüse gießen.
- 200 ml Milch hinzufügen; die restlichen 100 ml Milch zum späteren Anpassen der Konsistenz aufbewahren.
- Alles kurz sanft aufkochen lassen und die Temperatur anschließend reduzieren.
- 20 bis 25 Minuten leise köcheln lassen. Das Gemüse muss sehr weich sein, insbesondere die Blumenkohlstiele.
4. Die Dubarry-Cremesuppe fein pürieren
- Den Topf vom Herd nehmen und die restlichen 10 g Butter einrühren.
- Mit dem Stabmixer zu einer glatten, cremigen Suppe pürieren. Lassen Sie sich dabei Zeit, denn jetzt entsteht die besonders samtige Konsistenz.
- Falls die Suppe zu dick ist, nach Wunsch die verbliebenen 100 ml Milch einarbeiten.
- Anschließend 100 ml Crème fraîche unterrühren und noch einige Sekunden pürieren, damit sich alles gut verbindet.
- Vorsichtig salzen und mit weißem Pfeffer würzen. Abschmecken und nachwürzen: Die Cremesuppe soll mild, aber dennoch aromatisch sein.
5. Goldbraune Croûtons zubereiten
- Das altbackene Brot in gleichmäßige kleine Würfel schneiden.
- Öl oder etwas Butter in einer Pfanne erhitzen.
- Die Brotwürfel hineingeben und unter häufigem Wenden 5 bis 7 Minuten goldbraun rösten.
- Sobald sie schön knusprig sind, leicht salzen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
6. Wie aus einer Küche vergangener Zeiten anrichten
- Die heiße Cremesuppe in eine Suppenschüssel oder direkt in Schalen füllen.
- Erst unmittelbar vor dem Servieren mit Croûtons bestreuen, damit sie knusprig bleiben.
- Mit einigen Kerbelblättchen oder glatter Petersilie garnieren.
Tipps für eine unwiderstehliche Dubarry-Cremesuppe
Alles beginnt mit der Wahl des Blumenkohls. Er sollte fest, kompakt und klar weiß sein. Bräunliche Stellen oder ein kräftiger Geruch sind zu vermeiden. So erhalten Sie einen feinen Geschmack ohne schweflige Note.
Sie wünschen sich eine leichtere Variante? Ersetzen Sie die Crème fraîche durch 50 ml leichte Sahne und geben Sie etwas mehr Milch dazu. Die Suppe bleibt cremig, wirkt am Gaumen jedoch leichter.
Bei veganer Ernährung verwenden Sie Gemüsebrühe, 300 ml Hafer- oder Mandeldrink anstelle der Milch sowie 80 ml pflanzliche Sahne. Tauschen Sie die Butter gegen 2 EL mildes Olivenöl aus. Die Cremesuppe behält dadurch ihre runde Textur und ihren wohltuenden Charakter.
Wer es besonders herzhaft mag, gibt beim Pürieren zusätzlich Folgendes hinzu:
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss (etwa 1/4 TL)
- oder 30 g geriebenen Parmesan oder Comté
Diese kleinen Ergänzungen verleihen der Suppe eine noch wärmere, beinahe festliche Note.
So servieren Sie die Dubarry-Cremesuppe als Abendessen wie früher
Die Dubarry-Cremesuppe harmoniert ausgezeichnet mit aromatischen hausgemachten Croûtons. Sie können das Brot vor dem Rösten entweder mit einer Knoblauchzehe einreiben oder die Croûtons am Ende der Garzeit mit Kräutern der Provence bestreuen.
Eine kleine saisonale Salatbeilage bringt Knackigkeit und Frische in die Mahlzeit. Zum Beispiel:
- 2 große Chicorée
- 1 knackigen Apfel (etwa Granny Smith oder Gala)
- 40 g Walnusskerne
- 1 EL Walnussöl
- 1 EL Apfelessig
- Salz, Pfeffer
Alles zügig miteinander vermengen. Neben der Cremesuppe servieren und bei Wunsch eine Käseplatte dazu reichen, um das Abendessen zu verlängern.
Für die passende Atmosphäre darf ruhig etwas älteres, sogar leicht zusammengewürfeltes Geschirr auf den Tisch. Eine Suppenschüssel in der Tischmitte, schlichte Schalen und ein paar Walnüsse in einem kleinen Schälchen genügen. Sofort bekommt das Essen den gemütlichen Charakter eines Winterabends von früher.
Vorbereitung, Aufbewahrung und Ideen gegen Lebensmittelverschwendung
Das Praktische an dieser Blumenkohlcremesuppe ist ihre gute Haltbarkeit. Sie lässt sich am Wochenende vorbereiten und an einem Wochentag servieren, an dem Sie spät nach Hause kommen.
- Aufbewahrung: 2 bis 3 Tage im Kühlschrank in einem luftdicht verschlossenen Behälter.
- Aufwärmen: Bei niedriger Temperatur erhitzen und regelmäßig umrühren. Falls die Suppe dicker geworden ist, etwas Milch oder Wasser zugeben.
Es ist zu viel übrig? Dann muss nichts weggeworfen werden. Sie können:
- Die restliche Cremesuppe in eine Auflaufform geben, etwas gegartes Gemüse und geriebenen Käse ergänzen und alles 15 bis 20 Minuten bei 180 °C überbacken.
- Sie als Saucengrundlage für Pasta oder Reis verwenden. Dafür genügt es, sie mit etwas Milch zu verdünnen.
- Sie in eine Zubereitung für Klöße oder Gnocchi einarbeiten, um eine cremige Note zu erhalten.
Das entspricht ganz dem Geist der französischen Küche vergangener Zeiten: Nichts wird verschwendet, alles wird weiterverwendet – besonders dann, wenn es gut ist.
Eine Schale Dubarry-Cremesuppe, die den Winter schmelzen lässt
Letztlich ist diese Blumenkohlcremesuppe nach Dubarry-Art weit mehr als eine gewöhnliche Suppe. Sie ist ein kleines Ritual: schälen, köcheln lassen, pürieren, probieren. Und sich Zeit nehmen.
Aus einem Blumenkohl, einigen Kartoffeln sowie etwas Milch und Sahne entsteht ein Abendessen, das Körper und Erinnerungen gleichermaßen anspricht. An noch kühlen Märztagen ist diese königliche Cremesuppe statt einer alltäglichen Suppe eine einfache Möglichkeit, sich etwas Gutes zu tun und wieder mehr Milde auf den Tisch zu bringen.






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